Dienstag, 25. Januar 2011
Montag, 24. Januar 2011
Hoch im Norden...
Die "Wheeler": Frank und Nome (meine insgeheimen Lieblinge)
Die Leithunde: Windy und Inga.
... liegt es, das Paradies. Es heißt manchmal auch finnisch Lappland, genauer Saija, Ort Taivalkosky.
Entgegen biblischen Darstellungen liegt im Paradies Schnee, Hunde ziehen Schlitten, zu Essen gibt es Rentiergulasch mit Preiselbeeren und Heidelbeerkuchen mit lactosefreier Sahne zum Nachtisch. In der Ferne sichtet man in unweigerlich an russische Märchen erinnernde, tief verschneiten Wäldern, Elche.
Aber das schönste und beste im Paradies sind die Hunde! Sibirische Huskys, 119 an der Zahl. Ganz unterschiedlich in Phänotyp, Charakter und Temperament, aber alle von dem selben Ziel beseelt: einen Platz am Schlitten zu ergattern und durch die Lande zu ziehen.Für so eine Schlittenhundefahrt einer ca. 60 Kilogramm schweren Person braucht man 4-6 Hunde. Die waren schnell ausgewählt und ich blieb meinen beiden Leithunden Windy und Inga sowie den beiden Wheelern Frank und Nome an allen 4 Hundeschlittentagen treu. Die Wheeler sind die beiden Hunde direkt vorm Schlitten, die eigentlíchen Arbeitstiere, die ca. 60 % der Zugleistung erbringen. Gute Leithunde hingegen bleiben auf dem Weg, orientieren sich an den Kommandos des Mushers (=Hundeschlittenführer= Mensch) und ziehen nur ab und an mal, wenn ihnen danach ist oder die Situation es erfordert. So als ich auf einem See bis zu den Knöcheln im Wasser stand und die Hunde es vorzogen die "Fahrrinne" zu wechseln. Die ersten beiden Tage verbrachte meine Leithündin Inga insbesondere damit, sich immer wieder fragend und skeptisch nach mir umzuschauen, wenn ich auf der Bremse stand. Dem Blick war deutlich zu entnehmen: "Das ist jetzt nicht dein Ernst bei einer solch poppligen Abfahrt zu bremsen." Aber wir haben uns gut aneinander gewöhnt, Inga und ich. Ich habe mich auch deutlich gebessert, nur noch wenn unbedingt notwendig gebremst und mich dem Rausch der Geschwindigkeit hingegeben. Am liebsten mochte ich dennoch die kurzen Zwischenstopps, denn kaum standen wir, plumpsten Nome und auch Frank, der neben der besten Zugleistung durch ständiges Pupsen auf sich aufmerksam machte, kopfüber in den Schnee und wälzten sich genüßlich zur Abkühlung. Ein Bild zu schmunzeln und einprägen. In solchen Momenten war zu sehen, dass die Hunde bei -25 Grad erst zu ihrer Höchstleistung auflaufen, vorher ist ihnen etwas zu warm.
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